Leben > Handwerk: Schmieden

Die Kunst des Schmiedens ist schon tausende von Jahren alt und begann schon vor der Eisenzeit. Man kann davon ausgehen, dass es Edelmetalle wie Gold, Silber und Kupfer waren, welche zuerst bearbeitet wurden. Diese kommen in reiner Form vor und können im kalten Zustand zu Blechen verarbeitet werden. So sollen auch die Bewohner des heutigen Afghanistan bereits um 6000 v. Chr. Metalle bearbeitet haben. Ausgrabungen in Ägypten und Indien haben ergeben, dass dort vermutlich schon vor mehr als 5000 Jahren in warmen Zustand geschmiedet wurde. In der vor römischen Eisenzeit fand sogar schon der der Amboss Verwendung. Mann konnte dadurch auch gegossene Rohlinge wie z.B. Klingen noch weiter veredeln indem man das Metall weitergehend formte, verdichtete und härtete. Mit der Zeit wurde das Schmieden immer mehr verfeinert und es entstand das Schmiedehandwerk in dem sich Gruppen immer mehr spezialisierten.
So entstanden die Berufsgruppen:

  • Goldschmied,
  • Hufschmied oder Pferdeschmied,
  • Kesselschmied oder Kupfer- und Messingschmied,
  • Messerschmied,
  • Nagelschmied,
  • Plattner oder Harnischschmied,
  • Waffenschmied und
  • Werkzeugschmied oder Zeug- und Zirkelschmied.

Was kann man zum Schmieden anderes noch sagen als "Schmiede das Eisen solange es noch heiß ist".

Für alle die , die sich mit Schmieden so gar nicht auskennen, der Rest kann getrost beim Punkt "Entstandene Dinge" weiter lesen, dieser Spruch hat seine Berechtigung.
Zwar sagen wir, die mit dem Hammer und Amboss, dass das Metall warm und nicht heiß ist, aber das macht ja nichts. Fakt ist, durch die erhöhte Zufuhr von Sauerstoff, den wir durch den Blasebalg an der Esse zufügen, glühen unsere Kohlen so richtig gut durch und geben ordentlich Wärmestrahlung ab. Diese wird sehr gut durch unser Schmiedegut, Stahl oder Eisenstäbe, aufgenommen da die meisten Metalle bekanntlich gute Wärmeleiter sind. Allerdings sollte unser Luftstrom aus dem Blasebalg recht kontinuierlich sein, da Materialien die gut die Wärme leiten, eben so gut das fehlen dieser leiten, sprich wieder auskühlen.
Die Wärme im Metall bewirkt jedenfalls dass die dichte Molekularbindung siech etwas lockert. Je mehr Wärme wir zufügen desto mehr lockert sie sich, was wir optisch durch das glühen des Metalls wahrnehmen können. Ja und je lockerer die Molekularbindung, desto weicher und formbarer das Metall. die optimale Arbeitsfarbe des Metalls ist ein hell oranges, fast weißes glühen, aber Vorsicht, denn ist es erstmal so weit kann man auch leicht zu viel Wärme hinzu fügen und das Metall sprüht Funken wie eine Wunderkerze. Dann ist es "verbrannt" und wir können es nicht mehr gebrauchen, denn es ist Porös und Spröde.
Natürlich können wir unser Metall mit der optimalen Arbeitstemperatur nicht mit den Händen formen, denn es ist a. zu warm und b. nicht so weich wie Knetmasse. Allerdings können wie es mit Hilfe von Zangen anfassen und biegen. und mit dem Hammer auf dem Amboss bearbeiten, was man mit einem sehr kräftigen Ausrollen von Kuchenteig vergleichen könnte.
Hat unser Werkstück seine Form durch unser kreatives und bestimmtes Einwirken erreicht, wollen wir ja dass es auch so bleibt. Lassen wir es langsam auskühlen. ist nachher die molekulare Bindung nicht ganz so eng wie am Anfang und es lässt sich mit einiger Gewallt noch weiter formen, was wir nicht wollen. Das Metall muss Gehärtet werden, was wir erreichen, indem wir es nochmal richtig auf Temperatur bringen, um es dann im Wasserbad mit einem Schock abzukühlen.
Baustahl, den ich beim Schmieden auf den Märkten meist benutze kann man nur bedingt härten, da ihm der nötige Kohlenstoff fehlt, aber nun, dann muss man halt sein Messer jeden dritten Markt halt mal schärfen.

Die hohe Kunst ist eh der Damaszener Stahl. hierbei wird ein weicheres Metall mit einem harten Metall "Feuer verschweißt" also auf eine bestimmte Temperatur gebracht, dass beide Werkstücke sich verbinden wenn man sie mit dem Hammer bearbeitet. Dieses "Mischmetall" wird immer wieder erwärmt und dann gefaltet und wieder verschweißt. Durch diese Art der Kombination hat man zwei Effekte eine hervorragende Klinge die sowohl hart, als auch flexibel ist und die sogenannte Rose, eine Musterung die hervortritt wenn man das Werkstück mit Säure an ätzt, was etwas von dem weicheren Metall abträgt und verdunkelt.
Ich möchte aber hier nicht weiter ins Detail gehen und empfehle daher das Buch "Alles über Damaszener Stahl, ISBN: 3894291389 ".

Der Rohling in Form bringen Das fertige Produkt

 

Wir schmieden auf den Märkten vorwiegend mit Holzkohle, die bringt zwar nicht die Temperaturen von Steinkohle, aber für gewöhnlichen Stahl reicht es locker und die Ergebnisse sprechen denke ich mal für sich.

Küchenmesser keltisches Messer Wikingisches Allzweckmesser
 
Pfeilspitzen Armreif  



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