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Bau eines Wikingerbettes

Das ist ein einfaches Wikingerbett mit Schwerpunkt Transportabilität.

Erstmal kauft man Holz, nur nicht im Baumarkt - viel zu teuer -, sondern beim Holzgroßhandel.

Ich habe gekauft:

  • 2 Bretter a 200cm x 19cm x 2,7cm aus Fichte. "Seitenteile"
    (Ist zwar nicht so hart wie Eiche aber dafür günstig und LEICHT!!!)

  • 2 Bretter a 120cm x 19cm x 2,7 cm aus Fichte. "Kopf und Fußende"

  • 4 Kanthölzer a 67cm x 6,7cm x 6,7cm aus Fichte. "Eckpfosten"

  • 9 Bretter a 120cm x 11,5cm x 1,9cm. "Lattenrost"

  • Hartholzkeile und Rundholz mit Durchmesser = 10mm, Länge = 100cm "Keile und Stifte"

 

Abb. 1

Als erstes bauen wir die Seitenteile
(Abb. 1)

An den Ecken zeichnen wir an im rechten Winkel vom Rand 10cm nach innen und 9cm nach oben.
Dann mit der Stichsäge und sehr feinem Holz- oder Metallsägeblatt (da das Holz leicht splittert) aussägen.
Das Ganze wird an den Kanten mit Feile und Schmirgel abgerundet und geglättet.
(Je glatter die Sägestellen, desto leichter die Demontage, wenn das Holz feucht geworden und gequollen ist. Jeder kann bestätigen, dass dies allzu oft vorkommt).

Jetzt die Aussparungen für das Lattenrost.
Die Aussparungen sind 12cm breit, 2cm hoch und haben zueinander einen Abstand von 8cm. Damit das auch passt, fangen wir 4cm vom Rand unseres ausgesägten Winkels an. Die Aussparungen haben nach unten hin einen Abstand von 9,5cm - daraus ergibt sich der Abstand nach oben von 7,5cm.
Ich habe die Aussparungen leicht nach oben versetzt eingebaut, da dann im Seitenteil mehr Stabilität gewährleistet ist.

Am besten geht man so vor, dass man mit einem 10mm-Holzbohrer erstmal in jeder Ecke der Aussparung ein Loch bohrt und dann den Rest mit der Stichsäge aussägt. Auch hier werden die entstandenen Löcher mit Raspel, Feile und Schmirgel geglättet.
Das Ganze machen wir 9x pro Seitenteil, dann haben wir genug, da das eine Scheißarbeit ist und machen am nächsten Tag weiter :-)

Die Löcher für die Keile, (Abb. 1 unteres Brett Pfeil), machen wir erst später, da wir den korrekten Sitz am besten bestimmen können, wenn der Rahmen mit den Pfosten zusammengesteckt ist.

 

Abb. 2

Jetzt kommt das Kopf- und Fußende unseres Bettes
(Abb. 2)

Wir greifen uns die Bretter mit den Maßen 120cm x 19cm x 2,7cm und zeichnen unsere Aussparungen an.
Auch hier schneiden wir links und rechts im rechten Winkel etwas raus, auch 10cm breit und 9,5cm hoch genau wie bei den Seitenteilen, allerdings diesmal nach unten. Siehe Abbildung 2 Mitte.
Die Löcher für die Keile, (Abb.2 unteres Brett Pfeile) machen wir auch hier, aus dem gleichen Grund wie bei den Seitenteilen, erst später.

 

  Abb. 3

Als nächstes sind die Pfosten dran
(Abb. 3)

Wo mache ich die Aussparungen, um die Kopf- Fuß- und Seitenteile einzustecken? Gute Frage. Gesagt sei, je zentrierter, desto stabiler ist es später. Ich habe sie etwas weiter nach oben gemacht, damit ich noch genug Stauraum unter dem Bett für Un-A-igkeiten habe, aber nicht viel. Die "Mitte" ist bei mir somit ca.10cm nach oben versetzt, aber das bleibt jedem selbst überlassen. Ich gebe nur den Tipp, nicht zu hochstelzig zu bauen, denn ein Sturz aus einem Meter Höhe kann des nächtens schmerzhaft sein.

Die zu machenden Aussparungen sollen jeweils 3cm breit und 10cm hoch sein und in einem Abstand von ein paar Millimetern kreuzweise versetzt (siehe Abb. 3).
Diese Art des Versatzes ist wichtig, da ja unsere Seitenteile den Überstand unten und Kopf- und Fußteil den Überstand oben haben.
Die eckigen Löcher bekommen wir mit der gleichen Methode ins Holz wie bei den Aussparungen für das Lattenrost beschrieben.

Jetzt verzieren wir die Pfosten noch ein bisschen. Hierzu nehmen wir eine Handkreissäge und stellen hier die gewünschte Schnittiefe und Sägeblattwinkel ein, um schräg und nicht zu tief ins Holz zu sägen. Wir sägen dabei an den Markierungen entlang, die wir der Abbildung 3 entnehmen können. Gemeint ist hier die Stelle, wo der Pfostenkopf markiert ist. Wir entfernen das Vorgesägte sehr vorsichtig mit einem Stechbeitel. (Bitte die Schnittiefe nicht mehr als 15mm, sonst wird der Holz des Kopfes zu dünn und könnte brechen).
Am Ende dieses Procederes lassen wir mal wieder Raspel, Feile und Schmirgel walten.

 

Abb. 4

Nun machen wir die Löcher für die Keile
(Abb. 4)

Hierzu stecken wie jetzt die fertigen Rahmenteile mit den Pfosten zusammen. Wir suchen uns den Mittelpunkt des Überstandes, der noch aus dem Pfosten ragt und machen nach oben wie nach unten im Abstand von 5mm eine Markierung. Diese sollte auch zum Pfosten einen Abstand von 5mm haben. Das machen wir jetzt bei allen Überständen (siehe Abb. 4).

Jetzt wird der Rahmen erstmal wieder zerlegt und wir machen uns ans Löchern. Wir bohren mit einem 10mm Holzbohrer pro Überstand also zwei Löcher genau nebeneinander durch unsere Markierungen. Jetzt sind da zwei Löcher mit einem schmalen Steg dazwischen. Diesen entfernen wir mir Hilfe einer Stichsäge und Feile, bis unsere beiden Löcher zu einem ovalen Loch verschmolzen sind (siehe Abb. 4 Schema).

 

  Abb. 5

Jetzt ist das Lattenrost an der Reihe
(Abb. 5)

Wir stecken den Rahmen wieder zusammen und sichern ihn mit Keilen oder passenden Stangen.
Nun schieben wir die für das Lattenrost vorgesehenen Bretter in die von uns eigens hierfür erbrachten Aussparungen. Sollte etwas haken oder klemmen, ist auch hier der richtige Zeitpunkt um noch mal Feile und Schmirgel walten zu lassen.

Alle Lattenrost-Bretter werden so mittig wie möglich positioniert, hierbei kommt es nicht auf den Millimeter an. Wir markieren nun mittig vom Lattenrost-Brett mit ca. 5mm Abstand zum Seitenteil außen (siehe Abb. 5 Pfeil).
Jetzt ziehen wir wieder alle Bretter raus und nehmen wieder unseren 10mm-Bohrer zu Hilfe, um die Bretter an den von uns markierten Stellen zu perforieren. Auch hier sollte man alle Lochkanten noch mal mit Schmirgelpapier abgehen, da das Holz doch arg zum Splittern neigt.

 

Abb. 6

Der letzte Schritt, die Keile und Stifte.
(Abb. 6)

Bei den Keilen sollte man sich etwas Mühe geben und auch Hartholz nehmen, denn die halten das Gestell zusammen wenn Ihr in dem Bett... schlaft oder so.
Die Stifte hab ich aus 10mm durchmessenden Rundhölzern aus dem Baumarkt gesägt und oben einen etwas breiteren Holzkopf aufgeleimt, damit sie nicht durchfallen. Die Dinger müssen ja auch kaum was aushalten, die sind ja nur dazu da, damit sich bei unachtsamen Bewegungen die Lattennicht selbstständig machen und man sich nachher ins Leere setzt.
Der Holzkopf sollte aber an einer Seite abgeflacht werden, da er sich sonst mit dem Seitenteil in die Wolle kriegt (siehe Abb. 6 Schema).

 

  Abb. 7

Der letzte Schliff
(Abb. 7)

So, dann wollen wir das Bett noch mal zusammenbauen und testen, ob alles passt. Auf der Abbildung 8 seht Ihr alle Teile, die wir angefertigt haben. Damit die Spannungen etwas aus dem Holz gehen kann, solltet Ihr die ganzen Teile jetzt erst einmal gut einölen. Das macht Ihr entweder mit Leinöl, das ist aber sauteuer, oder mit einer Behandlungslösung von Ikea, die zwar den witzigen Namen "BEHANDLA" trägt, jedoch genau das Gleiche macht wie Leinöl, aber nur ein Drittel kostet.
Genauer gesagt "Bienenwachsbalsam BEHANDLA". Hauptteile: Bienenwachs, Wachs, Leinöl, Holzöl, Wasser.

Nachdem das Öl eingezogen ist, prüfen wir dann, ob auch alle angefertigten Teile zueinander passen und sitzen. Hier sollte man den Spruch "Passt, wackelt und hat Luft" in Ehren halten, jedenfalls bis man die Keile reingezimmert hat. Denn wenn unsere Löcher zu eng sind und das Holz bei Feuchtigkeit aufquillt, können wir es nur noch im Ganzen abtransportieren und das macht sich auf dem Dachgepäckträger oder im Anhänger nicht wirklich gut und unser Augenmerk auf Transportabilität ist passé.

 

So sollte es dann aussehen, wenn es fertig ist.
(Abb. 8 und 9)

Abb. 8
Abb. 9

 

Hier können Sie Sich einen Film ansehen, welcher zeigt, wie einfach das Bett zu zerlegen und wie Platz sparend es ist. Die Animation ist ca. 1,2 MB groß und benötigt einen aktuellen Flashplayer.

Für die armen Pilger, die aus mir unerfindlichen Gründen keinen Flashplayer besitzen, hier noch ein Link zum Download der erheblich größeren (4,2MB) AVI-Datei.

Ich hoffe, es war alles leicht nachzuvollziehen und zu bauen. Über ein positives Feedback würden wir uns natürlich freuen.