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Man braucht definitiv ein Behältnis zum Transport und Lagerung des ganzen Geraffels. Es soll ja nicht nass werden. Außerdem ist etwas worauf man sitzen kann zum Rudern auch recht zwingend. Hmm, eine Truhe und eine Sitzbank, zwei Dinge die man gegebenenfalls beide schleppen muss. Also warum nicht das Praktische mit dem Nützlichen einfach kombinieren?
Aus dem Baumarkt hole ich nun:
1. Die langen SeitenAls erstes nehmen wir uns zwei Bretter unseres Dreierstapels und zeichnen uns an der linken und rechten Seite der Bretter die Verzahnung an. Die Maße können hierbei der Abbildung 1 entnommen werden. Man merke hier, die Tiefe der Verzahnung ist immer die Stärke der Bretter mit denen man arbeitet. Bei dem Brett, welches nachher die Rückwand mit den Scharnieren darstellt, fallen nun noch ein paar weitere Arbeiten an. Die Scharniere können wir auf zweierlei Arten befestigen. 1. Das Gelenk steht hervor. Bei dieser Variante brauchen wir jetzt nur noch die Löcher für die Befestigung anmarkern und bohren. 2. Das Gelenk ist auf der Innenseite im Verborgenen und somit nicht im Weg (eine Verletzungsgefahrenstelle weniger). Ich hab mich bei meinen Truhen für die zweite Variante entschieden. Also machen wir jetzt noch, wie beim unteren Brett in Abbildung 1 zu sehen, keilförmige Aussparungen mit feiner Säge (perfekt ist hier die Puk- oder auch Metallsäge) und Stechbeitel. Jetzt können wir das Scharnier anlegen und die Löcher zur Befestigung anmarkern. Das Gelenk des Scharniers sollte hier zur Hälfte verborgen sein, den Rest verdeckt später der Deckel.
2. Die kurzen Seiten Die Wikingertruhe läuft nach oben hin konisch zu, d.h. oben ist sie schmaler als unten. Wir nehmen uns jetzt das letzte der Bretter vom Dreierstapel und zersägen es so, dass wir zwei Bretter von 37cm Länge und 30cm Breite haben, die nachher die linke und rechte Wand der Truhe bilden.
3.Der Boden Das Bodenbrett bearbeiten wir Anfangs genau so wie das Front- und Rückenteil in "Punkt 1", allerdings ohne die Einschnitte für die Beschläge zu machen.
4. Der TruhendeckelFür den Truhendeckel können wir es uns nun einfach oder schwer machen: Die Aushöhlung in der Deckelinnenseite können wir einerseits mit der Oberfräse oder mit dem Rundbeitel und Hammer herstellen, während wir die Rundung auf der Außenseite mit dem Elektrohobel oder dem Zugmesser abtragen können. Natürlich ist man hier mit den Elektrowerkzeugen schneller, aber gerade bei der Deckelinnenseite ist das Ergebnis mit dem klassischen Werkzeug homogener (siehe Abb. 4).
Jetzt machen wir nur an der Auflagefläche zum Torso der Truhenrückwand zwei Aussparungen und zwar genau passend zu den Stellen an der Truhenrückwand, damit die Gelenke unserer Scharniere nachher verschwinden. Die Aussparungen machen wir mit der gleichen Technik wie bei der Rückwand.
5. Die Scharniere Die Scharniere, die wir aus dem Baumarkt besorgt haben, haben zwei Macken. 1. sie sehen viel zu neu und glänzend aus und 2. sie sind gerade und und passen so gar nicht auf den Deckel (siehe Abb 5 l.). Um sie alt wirken zu lassen, brauchen wir sie nur etwas in ein Lagerfeuer zu legen, was uns bei unserem Hobby ja nicht schwer fallen sollte; bei der Biegung allerdings wird es schon etwas kniffeliger. Erstmal ist die Form des Scharniers etwas zu gleichmäßig und modern. Wir zeichnen unsere gewünschte Form auf (siehe Abb5 m.l.) und tragen nun das überschüssige Material mit Hilfe von Säge, Winkelschleifer (Flex) und Feile ab. Solltet Ihr eine gut gelüftete Werkstatt zur Verfügung haben, könnt Ihr auch alles ausschließlich mit dem Winkelschleifer machen, aber der macht auch am meisten und feinsten Dreck. Nun haben wir unsere gewünschte Form (siehe Abb. 5 m.r.) - jetzt fehlt uns nur noch die Biegung. Mit einem Schweißgerät oder einer Lötlampe erwärmen wir erstmal die lange Seite des Scharniers. Wenn es rot glühend ist, bringen wir es mit einem Hammer langsam in Form. Zwischendurch immer wieder in Wasser abkühlen und an den Deckel halten um zu beurteilen, wie viel noch anzupassen ist. (siehe Abb. 5 r.)
So, jetzt können wir schon mal alles zusammenstecken um zu sehen, ob wir präzise genug gearbeitet haben und um gegebenenfalls etwas nachzuarbeiten.
6. Alles Zusammensetzen Jetzt setzen wir alle Teile mit Hilfe von Leim - ich kann Euch hier nur Ponal wärmstens empfehlen - zusammen. Wenn wir auf Nummer Sicher gehen wollen, können wir noch alles mit Nägeln fixieren. Gerade am Boden bringt das die nötige Stabilität. Schöne, geschmiedete Nägel findet man an vielen Stellen im Internet.
Für die armen Pilger, die aus mir unerfindlichen Gründen keinen Flashplayer besitzen, hier noch ein Link zum Download der erheblich größeren (2,3MB) AVI-Datei. Ich hoffe, es war alles leicht nachzuvollziehen und zu bauen. Über ein positives Feedback würden wir uns natürlich freuen. |
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